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Pflegeanleitung für Piercings:
Orale Piercings
Zur Pflege der oralen Piercings sollten nach jeder Mahlzeit die Zähne
geputzt und der Mund mit verdünnter Kamillenlösung, einem
antibakteriellen Mundwasser, we3lches einen möglichst geringen
Anteil an Alkohol besitzt, oder Chlorhexamed gespült werden.
Da bei einem Zungenpiercing die Zunge kräftig anschwellen kann,
ist die Aufnahme von flüssiger bis breiiger Speise zu empfehlen,
aber meistens ohnehin unumgänglich.
Auf den Verzehr von heißen Speisen und Getränken sollte verzichtet
werden. Raucher sollten ihren Nikotinkonsum soweit wie möglich
einschränken, besser noch einige Tage völlig abstinent leben.
Vorsicht mit dem erstlingsschmuck in der Zunge! Durch dessen übermäßige
Länge beißt man beim Essen sehr leicht darauf. In den ersten
Tagen sollte täglich kontrolliert werden, ob der Stab der Zunge
ausreichend Platz zum Schwellen lässt. Es empfiehlt sich auch,
dabei gleich den festen Sitz der Schraubkugeln zu prüfen und dies
gegebenenfalls nachzuziehen.
Eine vermehrte Plaque-Ablagerung an den Kugeln ist in der ersten Zeit
völlig normal leicht mit Anti-Plaque-Mundwasser zu bekämpfen.
Es muss auch mit leichten Sprachproblemen und einen verstärktem
Speichelfluss gerechnet werden. Auch bei Piercings in der Ober- und
Unterlippe muss mit Schwellungen gerechnet werden.
Labretpiercings müssen zusätzlich, wie alle anderen Piercings
von außen gepflegt werden. Durch den etwas längeren Schmuck
kann es zu einer Reizung des Zahnfleisches kommen. Der Verzehr kalter
Getränke, kalten Kamillentees und das Lutschen von Eis oder Eiswürfeln
lindert die Schwellung dabei ein wenig. Zum Schutz vor Infektionsauslösenden
Bakterien, sollte vor Zungenküssen und Oralverkehr ohne die Verwendung
eines Kondoms, verzichtet werden.
Aus dem gleichen Grund empfiehlt sich die Verwendung einer Zahnbürste.
Checkliste zum Einkauf der Pflegemittel:
- eine neue Zahnbürste
- Kamillentee oder Kamilan
- Antibakterielles Mundwasser oder Chlorhexamed
- Wattestäbchen
- Octenisept Wunddesinfektion
Body- und Intimpiercings
Befreien Sie Piercings außerhalb des Körpers zweimal täglich
von ausgetretenen Wundsekreten, mittels eines mit warmem Wasser befeuchteten
Wattestäbchens und desinfizieren Sie die Stelle anschließend
mit Octenisept Wunddesinfektion.
Bewegen Sie den Schmuck dabei vorsichtig im Stichkanal hin und her.
Am leichtesten und gründlichsten lassen sich Piercings während
der täglichen Körperhygiene unter der Dusche reinigen. Dabei
sollten jedoch an Stelle herkömmlicher Seifen und Schaumbäder,
milde, medizinische und antibakterielle Waschlotionen verwendet werden
Vorsicht: antibakterielle Waschlotionen dürfen nicht in die Scheide
gelangen!!!
Heilungsfördernd sind auch Kompressen, die in warmen Kamillentee
oder warmes Salzwasser getaucht und dann aufs Piercing gelegt werden.
Bei Intim-, Nabel- und Nippelpiercings ist es vorteilhaft, wenn Sitz-
bzw. Vollbäder mit Meersalz oder Kamillenlösung als Badezusatz
durchgeführt werden. Einige Intimpiercings (Klitorispiercing, Prinz
Albert, Apadravyas Ampallangs) neigen dazu, während der ersten
12 bis 48 Stunden immer wieder einmal leicht zu bluten.
Da der Urin eines gesunden Menschen steril ist und großartige
Heilungseigenschaften besitzt, verheilen Intimpiercings in der Regel
sehr problemlos.
Mit Wattestäbchen aufgefangener Urin, kann zur Pflege und Desinfektion
aller Piercings benutzt werden. Die Kopfhaut des Menschen stark mit
Keimen besiedelt ist, daher sollten die Haare nicht über frische
Piercings im Ohrläppchen oder Ohrknorpel hängen. Vorsicht
beim Gebrauch von Haarsprays, Tönungen oder Färbungen!
Wenn die Haut über dem Stichkanal eines Piercings sehr trocken
ist, kann dies ein Hinweis auf die Verwendung eines falschen, zu scharfen
Pflegemittels sein.
Checkliste zum Einkauf von Pflegemitteln:
- Octenisept, Wunddesinfektion
- Wofacutan Waschlotion
- Mehrsalz, Kamillentee, Kompressen
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